CoffeeCaller – Gemeinsam, organisiert, produktiv…Kaffee trinken

Wer kennt das nicht? Ohne Kaffee (oder einen adäquaten Ersatz = koffeinhaltiges Getränk) geht im Büro eigentlich gar nichts. Hinzu kommt, dass die Gespräche an der Kaffeemaschine oft unglaublich produktiv sind. Kurz mal aufstehen, sich bewegen, den Kopf frei bekommen und fast von allein dreht sich das Gespräch um ein Problem oder ein Thema, das gerade akut ist. Im Büro hätte man die Kollegen vielleicht nicht angesprochen, da sie in ihre Arbeit vertieft sind, und man will ja niemand aus dem Flow reißen. An der Kaffeemaschine haben aber sowieso alle ihre Arbeit unterbrochen und daher ist es völlig okay, die anderen mit seinen Problemen zu behelligen.

Dass Gespräche überhaupt stattfinden, bedingt aber, dass sich mehr als ein Kaffeetrinkwilliger findet, um die frei zugängliche Trinkstelle aufzusuchen. Vielleicht in manchen Firmen kein Problem, aber wer unsere Räumlichkeiten kennt (Büros mit 2, 4 oder 6 Personen über einen langen Gang gestreckt und teilweise nur dünn besiedelt, da ca. 50% unserer Mitarbeitenden beim Kunden vor Ort sind), der wird verstehen, dass dies tatsächlich nicht so einfach ist. Und ich will ja auch nicht durch den ganzen Gang brüllen, damit auch wirklich alle ganz sicher wissen, dass ich jetzt gerade auf dem Weg zur Kaffeemaschine bin (diese Methode bietet sich übrigens an, wenn man jeden – und wirklich jeden – im Gebäude aus dem Flow reißen möchte).

Was also tun?

Vor diesem Problem standen wir vor einigen Jahren und haben uns im Rahmen eines Team-Workshops damit beschäftigt, eine Lösung zu finden.

Die Anforderungen waren schnell klar:

  1. Alle sollen mitbekommen, wenn sich jemand einen Kaffee holen möchte.
  2. Es muss einen Feedbackkanal geben, damit derjenige bescheid weiß, ob es weitere Kaffeetrinkwillige gibt.
  3. Der Hinweis muss so subtil sein, dass er den Flow (oder Meetings, Telefonate etc.) nicht stört.

CoffeeCaller in der ersten Version

CoffeeCaller | Quelle: Giphy

Die erste Version des CoffeeCallers bestand aus einem Raspberry Pi, ein paar LEDs, einem Summer und einem Knopf. Sie war dezentral implementiert und kommunizierte über Multicast UDP Pakete. Sobald jemand den Knopf gedrückt hat, wurde durch ein Leuchten der LEDs zusammen mit einem Pieps-Ton signalisiert, dass jemand gerne Kaffee holen möchte. Gab es weitere Kaffeetrinker, konnten diese wiederum auf ihren Knopf drücken und damit zusagen. Die LED-Ampel sprang so von rot nach gelb nach grün je mehr Leute dabei waren. Haben sich genug Teilnehmer gefunden, wurde der Gang zur Kaffeemaschine mit einem doppelten Piepton eingeläutet.

Ein paar Jahre später und wieder an einem Team-Workshop wurde die Architekur grundlegend geändert und auf eine zentrale Serverarchitektur umgestellt. Das hatte den Vorteil, dass man z.B. auch mit dem Smartphone über einen Webdienst einen CoffeeCall starten oder zusagen konnte. Außerdem konnten so auch weitere Services angebunden werden. Aktuell werden die CoffeeCalls z.B. auch in Slack propagiert, so dass wirklich jeder mitbekommt, wann ein Gang zur Kaffeemaschine ansteht.

 

CoffeeCaller 4.0

Nachdem der CoffeeCaller bei all unseren Mitarbeitern so beliebt ist und auch viele Freunde und Bekannte sagen, dass sie sowas auch gerne in ihrer Firma hätten, haben wir uns dazu entschieden den CoffeeCaller auf das nächste Level zu heben: CoffeeCaller 4.0

Der Raspberry Pi hat sich als optimale Plattform erwiesen, deswegen wollen wir daran nichts ändern. Lediglich die Größe spielt eine Rolle, deshalb soll der CoffeeCaller 4.0 auf dem Raspberry Pi Zero W basieren. Dieser ist zum einen günstig in der Anschaffung (~10 €), hat direkt WLan an Bord, verbraucht kaum Energie und ist weniger als halb so groß wie der Pi V1.

Für die LEDs, Buttons und den Summer haben wir uns vorgenommen, ein eigenes und konformes HAT zu designen: das MP_CoffeeCaller_HAT.

Das HAT wird dieselben Maße haben, wie der Pi Zero und bekommt:

  • 2 Buttons (für mehr Flexibilität)
  • 6 WS2812 RGB LEDs
  • 1 Summer
  • 1 kleines OLED Display um z.B. anzuzeigen, wer den CoffeeCall gestartet hat, oder wer teilnimmt.

Um das ganze noch schön zu verpacken, wird es auch ein passendes Gehäuse geben. Für dieses wird ein 3D-Druck-Modell erstellt, damit sich jeder, der möchte, sein Gehäuse selbst drucken kann.

Übrigens, die Software, das Platinenlayout und das Gehäuse werden natürlich Open Source und für jeden zugänglich – Kaffee für alle!

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten bis ich die ersten Platinen-Prototypen in der Hand halte.

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