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Irrtümer der Digitalisierung

In unseren Chefetagen ist die "Digitale Transformation" aktuell Panikthema Nummer eins. Egal ob Banken, Energieversorger oder Automobilhersteller, alle fühlen den Drang digital zu transformieren. Und so gibt es wohl kein Thema, zu dem aktuell mehr Führungskräfte-Tagungen durchgeführt werden als eben zur Digitalisierung.

Doch was genau sollen Unternehmen jetzt tun? Berater und Keynote-Speaker verkaufen Musterlösungen mit einfachen und klaren "Messages" wie beispielsweise: "Sie brauchen jetzt eine App!" Getrieben von der Angst den Anschluss zu verpassen und der Beobachtung, dass andere schon mehr machen, suchen Firmen nach genau solchen Rezepten und setzen sie hektisch um. So wie eine ganze Reihe KFZ-Versicherer, die viel Geld in die Hand genommen haben, um Apps zur Aufnahme von Unfallschäden zu entwickeln. Später stellte sich raus, dass Menschen im Durchschnitt ein bis zwei Unfälle im Leben haben. Das sind emotional enorm aufgeladene Momente. Der erste Impuls ist dabei nicht im Appstore nach einer passenden App zu suchen. 

 

Als Wissenschaftler, der oft auf Digitalisierungsevents eingeladen wird, stolpere ich immer wieder über solche Allgemeinplätze, die einer akademischen Betrachtung nicht standhalten. Mehr Transparenz soll beispielsweise zu mehr Sichtbarkeit führen, auch wenn wir aus der Wissenschaft wissen, dass das nur sehr bedingt stimmt. Anderswo wird behauptet, dass Wissen überall verfügbar sei. Aus der Wissenschaft wissen wir, dass eigentlich genau das Gegenteil der Fall ist.

 

In meinem Vortrag möchte ich über sechs solcher "Irrtümer der Digitalisierung" sprechen und den Zuhörern erklären, dass Hektik und der Drang zum Nachahmen schlechte Berater sind. Digitalisierung wirft für jede Branche und jede Firma andere Fragen auf. Die Umsetzung ist ein zäher Dialog, in dem individuelle Probleme gelöst werden müssen. Wer versucht Musterlösungen umzusetzen, wird scheitern, und wer versucht Musterlösungen zu verkaufen, ist eigentlich ein Scharlatan.

 

Referent

Mein Name ist Sascha Friesike. Ich bin ein akademischer Forscher und arbeite als Assistenzprofessor an der VU Universität in Amsterdam im KIN Center for Digital Innovation. Außerdem bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin tätig. 

Bei meiner Forschungsarbeit studiere ich hauptsächlich die Entstehung neuer Dinge. Dies erforsche ich in verschiedenen Bereichen, die von der Entstehung wissenschaftlichen Wissens über den 3D Druck bis hin zu Innovation und Kreativität reichen.

Ich promovierte an der Universität St. Gallen und habe ein Diplom für Wirtschaftsingenieurwesen (Dipl.-Ing.) von der Technischen Universität Berlin. Bevor ich nach Berlin kam, um bei der Gründung des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft mitzuwirken, arbeitete ich als Forscher im Center for Design Research in Stanford. 

 

 

Anmeldung

München | 03.07.2018 | 18:00 | Hopfenstraße 6 | 80335 München

Stuttgart | 10.07.2018 | 18:00 | Wildunger Straße 2 | 70372 Stuttgart

Erlangen | 17.07.2018 | 18:00 | Wetterkreuz 19a | 91058 Erlangen

 

 

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