Social Media Conference Part 2 – Paartherapie für HR & Marketing, Silos, Generation Z

Das ist der zweite Teil der Blog-Reihe über die Social Media Conference, die vom 17. bis 18. Oktober 2017 in Hamburg stattfand.

HR & Social Media – Paartherapie aka Killing Employer Branding

Culture eats Employer Branding for breakfast Fotoquelle: Anna Zeidler
Culture eats Employer Branding for breakfast | Fotoquelle: Anna Zeidler

Der zweite Tag der Social Media Conference startet mit dem Appell an HR und Marketing, eine Paartherapie zu machen. Klara Felicitas Sachse würde gerne das Employer Branding tot sehen! Klingt erstmal hart, ihre Argumentation leuchtet aber ein: Es solle mehr darum gehen, die Mitarbeiter zufrieden zu stellen, statt immerzu nur potenzielle neue Mitarbeiter zu umschwärmen. Beim Employer Branding wird oft vergessen, worum es geht.
Das A und O ist die Unternehmenskultur und die wichtigste Stellschraube ist die Situation der Mitarbeiter. „Hast du eine gute Kultur, brauchst Du kein Employer Branding.“, so Klara. Eine gute Unternehmenskultur braucht Zeit und Vertrauen und ist die Grundlage für zufriedene Mitarbeiter.

Employees come first bei der Social Media Conference | Fotoquelle: Anna Zeidler
Employees come first bei der Social Media Conference | Fotoquelle: Anna Zeidler

Die beste Kampagne, Social-Media-Strategie und das kreativste Employer Branding bringt nichts, wenn die Mitarbeiter unzufrieden sind. Die beste Werbung sind also die Mitarbeiter selbst, die sich mit dem Unternehmen identifizieren. (Klingt einfach und absolut einleuchtend, ist es aber scheinbar nicht.)
Daher sollten sich HR und Marketing mehr zusammentun und voneinander lernen. Das erste – aber nicht letzte Mal für diesen Tag – fällt die Aussage „Silos abschaffen“.

Außerdem sollten sich Unternehmen mehr und mehr darauf konzentrieren, die passenden Kandidaten zu finden. Erfolg misst Klara nicht an der Zahl der Bewerber oder Vorstellungsgespräche, sondern daran, wie gut und schnell sich ein neuer Mitarbeiter einarbeitet und wie lange er im Unternehmen bleibt.

Stoppt das Silo-Denken

In Klaras Vortrag, während der Panel-Diskussion und über den ganzen Tag verteilt kristallisiert sich immer wieder ein Thema klar heraus: Brecht Silos auf! Es geht nicht darum, dass jede einzelne Abteilung, der einzelne Mitarbeiter, die einzelne Teilfirma oder der einzelne Standort seine Ziele erreicht, sondern die Gesamtziele des Unternehmens gemeinsam angestrebt werden. Einzelergebnisse sind oft wichtiger als das Gesamtergebnis und das – da sind sich bei der Konferenz alle einig – ist weder zielführend noch erfolgreich. Während nämlich alle über Hoheiten reden und darum kämpfen, fehlt das Handeln und das gemeinsame Vorankommen.

Also – so meine Quintessenz: Nehmen wir unser Ego mal ein bisschen zurück und denken mehr an das große Ganze statt immer nur an uns selbst.

Diesen O-Ton hört man schon seit Jahren, so die Diskussionsbeteiligten Svenja Teichmann, Klara Felicitas Sachse, Sven-Olaf Peeck und Kolja Kleist, und wir werden wohl auch noch in den nächsten Jahren davon reden, weil sich diese Prinzipien durchziehen. Meine Meinung: Steter Tropfen höhlt den Stein und Reflektion funktioniert wirklich. Zielführend sind die Vernetzung in der eigenen Organisation und das Finden der Person, deren Know-How bei der jeweiligen Aufgabe gebraucht wird – unabhängig davon, wie die Hoheiten sind und welcher Abteilung er oder sie angehört. Es geht darum, die Kompetenzen im Unternehmen zusammenzuführen.

Generation Z – „Meine Mutter ist bei FB“

Vor den letzten Vorträgen hatte ich mich noch gefragt, ob ich die Konferenz bis zum Schluss besuche oder mein Kopf schon vorher so informationsgeladen ist, dass es reicht. Ich bin froh, dass ich geblieben bin. Denn für den letzten Vortrag betrat Charles Bahr die Bühne. Er ist 15 Jahre alt, Gründer der Agentur tubeconnect und sprach über die Generation Z – seine eigene. Einige im Publikum befremdete es ein wenig, dass er uns siezte – Twitter nach zu urteilen, ich fand das primär einfach höflich, habe mich aber auch älter gefühlt als sonst. Er sprach über Plattformen, die die Schienen sind, auf denen die Inhalte fahren und Botschafter diejenigen, die beides zusammenbringen. Werbebotschaften, Authentizität und die richtige Plattform sind für Charles einfach neue Möglichkeiten, Marken unterzubringen.

Überblick Generation Z bei der Social Media Conference | Fotoquelle: Anna Zeidler
Überblick Generation Z bei der Social Media Conference | Fotoquelle: Anna Zeidler

Seine Tipps an uns alle:

  • Zieht euch die Trends von der Quelle (Frag einfach den Praktikanten, was ihn interessiert, welchen Kanal er nutzt und einordnet und was bei ihm ankommt)
  • Schlimmer als einen Trend zu verpassen, ist es, ihm zu spät zu folgen (Beispiel: Sparkasse mit dem Slogan „Gönn dir ist einfach. Wenn man 1 gute Bank hat vong Vorsorge her“ – gute Idee vielleicht, aber leider zu spät, weil der Trend bereits vorbei war.)
  • Authentizität gewinnt!
  • Wenn Du Teenies erreichen willst, musst du in ihre Filterblase eindringen.
  • Thema Influencer: Such dir passende Influencer für dein Produkt/ deine Marke.
  • FB fällt mehr und mehr weg, weil es Zielgruppentechnisch älter wird – „Meine eigene Mutter ist bei FB“. Die jüngere Generation hingegen nutzt Instagram, Snapchat, …

Persönliches Fazit

Welche Erkenntnisse ziehe ich nun ganz persönlich aus der Konferenz?

  • Bleib authentisch und schaue auf das, was Du hast. Suche Geschichten – Sie sind da und wollen erzählt werden.
  • Du weißt meist erst hinterher, ob es „richtig“ war. Also probiere verschiedene Strategien aus und lerne, was für Dich am besten funktioniert.
  • Alle haben die gleichen Herausforderungen (wenig Personal, wenig Budget, wenig Verständnis…) also komm damit klar und schaue, was für dich geht und funktioniert.
  • Hör nie auf zu lernen und zu lesen.
  • Hilf aktiv mit, das Silo-Denken aufzubrechen (Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt – Gandhi). Vernetze Dich innerhalb deines Unternehmens und darüber hinaus und lerne von anderen und anderen Bereichen. Bleib offen.
  • Denke langfristig, baue deine Kanäle durch regelmäßigen, passenden Content auf.
  • Geh zu Konferenzen – Du lernst so viel auf so vielen Ebenen und Du triffst inspirierende Menschen!

Danke an die Neue Mediengesellschaft Ulm für die Orga, die wundervolle Svenja Teichmann, alle großartigen Speaker & Teilnehmer und die tolle Location – das Empire Riverside Hotel.
#SMConf – es war mir eine Freude!

Das Programm findest Du hier: http://www.socialmediaconference.de

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