Pixelhafte Weihnachten – Retro Gaming Station zum selbst basteln

Noch auf der Suche nach einem passenden Geschenk für den technikaffinen Partner oder die Partnerin? Mit ein paar einfachen Handgriffen und einem überschaubaren Materialeinsatz lässt sich leicht eine Retro Gaming Station selbst bauen.

Pixelfieber

Spätestens mit Nintendo’s Ankündigung, nach dem NES-Classic-Mini 2016 dieses Jahr das SNES-Classic-Mini herauszubringen, hat es mich gepackt, das Retro-Gaming-Fieber. Seit Kindheitstagen habe ich eine Schwäche für Pixel-Grafiken und ziehe so manchem 3D-Spiel liebevolle und detaillierte zweidimensionale Pixelanhäufungen vor.

Auch wenn von Seiten Nintendo’s versprochen wurde, dieses Mal darauf zu achten, dass die Mini-Konsole nicht gleich komplett vergriffen ist, war davon auszugehen, dass es zu Engpässen kommen könnte.
So fühlte ich mich in meiner Engineering-Ehre gepackt und dachte mir: so eine Mini-Konsole, die bastel ich mir selbst!

Ein Unterfangen, das sich als einfacher herausgestellt hat als gedacht. Für die Umsetzung gibt es sogar mehrere Möglichkeiten. Meine Wahl fiel dabei auf ein Projekt mit dem Namen RetroPie. Es unterstützt mehr als 50 verschiedene Systeme, unter anderem das SNES, dem mein Hauptaugenmerk galt.

Frisch ans Werk

Alles, was ich brauchte, war schnell zusammen gesucht:

– Ein Raspberry Pi (am besten aus der dritten Generation) mit Gehäuse und Netzteil
– Eine SD-Karte (16 GB, wobei 8 auch ausreichen sollten)
– Ein, am besten zwei kompatible Controller (eine Liste der unterstützten findet sich hier)
– Eine Tastatur (Bluetooth oder mit Kabel) für die Einrichtung
– Ein PC mit SD-Karten-Steckplatz

Bastel-Zubehör für die Retro Gaming Station | Fotoquelle: Benjamin Klüglein
Bastel-Zubehör für die Retro Gaming Station | Fotoquelle: Benjamin Klüglein

Anschließend noch schnell das aktuelle Image von der RetroPie-Seite geladen und schon kann es losgehen.
Für das Aufspielen eignet sich „Etcher“ besonders gut. Die Software steht für alle gängigen Betriebssysteme zu Verfügung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Images besonders einfach aufspielen zu können. Meiner Meinung nach hält sie dabei was sie verspricht und ein paar Momente später ist die SD-Karte bereit für den ersten Test. Hat man alles richtig installiert, bittet einen das System den Controller zu konfigurieren.

Welcome | Fotoquelle: Benjamin Klüglein
Welcome | Fotoquelle: Benjamin Klüglein

Ist dieser geführte Prozess abgeschlossen, geht es nun ans Übertragen der Spiele.

ROMs

Um Spiele auf dem System zu spielen, benötigt man die entsprechenden ROMs, also die Spiele, in digitaler Form.
Dabei ist zu beachten, dass man nur die benutzen darf, zu denen man auch das Original-Spiel besitzt! Man kann diese von den Originalen auslesen oder bekommt sie im Netz.

Die Übertragung der Spiele ist dann denkbar einfach. Die einfachste Möglichkeit: Hat sich der RetroPie mit dem eignen WLAN verbunden, öffnet man einen Datei-Explorer und erreicht ihn unter der Adresse „retropie“ (unter Windows „\\RETROPIE“). Dort im Verzeichnis ROMs müssen die Dateien hinterlegt werden.
Die genauen Orte sind abhängig von der Konsole, weitere Informationen dazu gibt es in der Dokumentation.

Startet man nun den Retropie neu, erkennt das System die aufgespielten ROMs und man kann mit dem Spielen beginnen. Einer geselligen Runde bei Super Mario Kart steht also nichts mehr im Wege.

Retropie | Fotoquelle: Benjamin Klüglein

Retropie | Fotoquelle: Benjamin Klüglein

Retro-Konsole und vieles mehr

Neben den Emulatoren für Konsolen bietet der RetroPie noch die Möglichkeit, weitere Software zu installieren, beispielsweise das Multimedia-System Kodi und vieles mehr. Hierzu und zu weiteren ausführlichen Beschreibungen sei jedem die hervorragende Dokumentation des RetroPie Projektes ans Herz gelegt.

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Es bietet sich an, in regelmäßigen Abständen Sicherungen der SD-Karte anzufertigen. Mir sind bereits zweimal die Abbilder kaputtgegangen, was zur Folge hatte, dass der RetroPie nicht mehr bootete.

Abgesehen von diesem Problem bin ich mit meinem kleinen selbstaufgesetzten System sehr zufrieden und nehme es des öfteren mit zu Freunden oder auf Reisen. Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren und eine geruhsame Weichnachtszeit.

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