Bosch Connected World 2017 – Von autonomen Autos und IoT

Am 15. und 16. März fand die IoT Konferenz Bosch Connected World 2017 mit ca. 2500 Teilnehmern in Berlin statt. Neben einem Ausstellungsbereich gab es verschiedene Vorträge zum Thema Internet of Things. Veranstaltungsort war der zum Messegelände umgebaute ehemalige „Dresdner Bahnhof“, die STATION Berlin. Die großen Hallen mit Backsteinmauern erzeugten dabei eine tolle Atmosphäre.

Keynotes der Konferenz

Das vernetzte Auto bietet viele Möglichkeiten: Den eigenen Zustand überwachen, selbständig Schäden melden und sogar Termine in der Werkstatt reservieren. Der Nutzer muss dann nur noch selbst zur Werkstatt fahren. Dort können Mechaniker mit Hilfe von Augmented Reality den Schaden einfach lokalisieren und mit visueller Unterstützung beheben. Das Internet of Things zieht auch in die Logistik ein. Sensoren überwachen alles, vom Tracking von Containern bis zum aktuellen Ort und Beladungszustand eines Staplers. Damit das alles reibungslos funktioniert, arbeiten die Telekommunikationsunternehmen an 5G Netzen. Sicherheitskritische Anwendungen wie autonomes Fahren benötigen die geringen Latenzen im Millisekunden Bereich dieser neuen Technologie.

IoT und Cloud

Quelle: © Fabian Zach

Harald Dischner von der HUK Versicherung stellte ein gemeinsames Projekt mit Bosch vor, bei dem die Versicherung einen Tarif mit Rabatten auf Basis des Fahrverhaltens anbietet. Dazu wird ein Gerät im Auto nachgerüstet, das verschiedene Werte wie Geschwindigkeit und Beschleunigung aufzeichnet. Diese Daten werden in der Bosch IoT Cloud mit Kartendaten angereichert und ausgewertet. Der Rabatt ergibt sich dann aufgrund dieser Ergebnisse. Zusätzlich nutzt der Verband der Autoversicherer die Daten, um Unfälle zu erkennen und falls nötig automatisch Rettungsmaßnahmen einzuleiten.

Die Funktionalitäten der Bosch IoT Suite stehen bisher nur in der Bosch IoT Cloud zur Verfügung. In Zukunft werden sie auch auf anderen Plattformen wie z.B. AWS von Amazon bereitgestellt. In einem weiteren Vortrag betonte Mike Milinkovich von der Eclipse Foundation die wichtige Rolle von Open Source im Internet of Things. Die Eclipse Foundation bietet selbst verschiedene Tools zur Softwareentwicklung im IoT Bereich an.

Künstliche Intelligenz und Design Thinking

Dank Deep Learning und Implementierung künstlicher Intelligenz in Spezialhardware gab es in letzter Zeit große Fortschritte. So experimentiert beispielsweise Amazon, wie mit Hilfe von Machine Learning die Haltbarkeit und der Reifegrad von Früchten geprüft werden kann.

Anschließend gab es eine Diskussionsrunde mit allen Vortragenden über den aktuellen Stand und die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Dabei waren sich die Teilnehmer einig, dass Künstliche Intelligenz hauptsächlich zur Unterstützung des Menschen bei Entscheidungen genutzt werden sollte. Kritische Entscheidungen wie Befunde in der Medizin sollten am Ende jedoch von Menschen gefällt werden. Je nach Anwendungsbereich sollte man unterschiedliche Erwartungen an KI stellen. Uneinigkeit bestand darüber, ob man an Künstliche Intelligenz grundsätzlich höhere Erwartungen stellen darf als an Entscheidungen von Menschen.

Zum Abschluss gab es nochmal Keynotes zum Thema Design Thinking. Um erfolgreich zu sein, sollen Teamarbeit und vernetzte Strukturen genutzt werden. Ziel ist es, gemeinsame Stärken zu entwickeln statt sich in einem hierarchischen System zu bekämpfen. Nachdem schon tagsüber das Catering mit verschiedenen Foodtrucks, Snacks und Getränken sehr gut war, gab es am Abend die große Networking Party auf dem Veranstaltungsgelände. Mit Musik, diversen Getränken und interessanten Gesprächen ging der erste Veranstaltungstag langsam zu Ende.

Autonomes Fahren, Augmented Reality und Blockchain

In den Keynotes stellte NVIDIA einen neuen Spezialchip vor, der Deep Learning stark beschleunigt. Noch Ende 2017 sollen die Grundlagen für ein Stufe 3 autonomes Fahrzeug stehen. Edzard Overbeek von HERE erklärte, wie wichtig HD Karten in Zukunft sind und wie die Unmengen an Daten dafür zu den Nutzern kommen müssen.

Haupteinsatzbereich für Augmented Reality ist momentan die Unterstützung im Fertigungsbereich. Bedienungsanleitungen integrieren sich ins Blickfeld und unterstützen komplexe Aufgaben. Aber es gibt auch Einsatzzwecke im Alltagsleben. So sollen etwa die „Fenster“ des Hyperloop in das Landschaftsbild zusätzliche Informationen einblenden. In einer anschließenden Diskussionsrunde der Vortragenden stellte sich heraus, dass es noch wenig Erfahrungen mit dem Einsatz von Augmented Reality gibt. Vor allem gibt es noch keine vernünftige Technik zur Darstellung und die  Brillen leiden unter hohem Gewicht und kurzer Akkulaufzeit.

Die Blockain ist im Moment eines der heißesten Themen im IoT. Der TÜV Rheinland stellte eine Anwendung auf Basis der Blockchain vor, die „scheckheftgepflegt“ überprüfbar machen soll. Dabei werden Kilometerstand und durchgeführte Services ausgelesen und zur späteren Nachverfolgung beim Verkauf über eine Blockchain verifiziert. Ein weiteres Beispiel ist Supply-Chain-Tracking bei Bosch, das die Echtheit von Produkten garantieren soll. Leider gibt es noch keine genauen Angaben zu Geschäftsmodellen auf Basis der Blockchain, z.B. wie sich die Miner finanzieren sollen.

Fazit

Es waren zwei sehr interessante Tage zum aktuellen Stand des Internet of Things. Der Fokus lag zwar deutlich auf den Produkten von Bosch und Partnern, aber alles in allem war die Konferenz allgemein genug gehalten. Auch wenn die Vorträge selbst nicht besonders ins Detail gingen, gaben sie doch einen guten Überblick über den Stand der Dinge und wie es in der nahen Zukunft weitergehen soll.

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